Nachruf auf Friedrich von Klitzing

Am 20. Februar verstarb Friedrich von Klitzing. Er wäre am 25. April 88 Jahre alt geworden. Ein Nachruf auf einen Pionier der deutschen Städtestatistik von Klaus Trutzel und Rudolf Schulmeyer.

Nachruf auf Friedrich von Klitzing

Am 20. Februar verstarb Friedrich von Klitzing. Er wäre am 25. April 88 Jahre alt geworden. Die deutsche Städtestatistik hat diesem in der praktischen Anwendung engagierten Mathematiker und Diplomingenieur viel zu verdanken, denn er hat ganz wesentlich zu den konzeptionellen Grundlagen des kommunalen Statistischen Informationssystems beigetragen. Die Ausgestaltung der statistischen Einwohnerdatei, der statistischen Gebäudedatei und des Raumbezugssystems in ihrer funktionalen Verknüpfung im KOSIS-Verbund gehen ebenso auf Konzepte Fritz von Klitzings zurück wie die Verfahren der Haushaltegenerierung und der Haushalteprognose. Damit hat er Anfang der 80er Jahre auch zur inhaltlichen Begründung des KOSIS-Verbunds selbst beigetragen.

Als Ende der siebziger Jahre die Zeiten des öffentlich geförderten Instituts DATUM zu Ende gingen, gelang es den damals im VDSt-Ausschuss „Kommunalstatistik und Verwaltungsautomation“ engagierten Städtestatistikern, die Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung und das Bundesforschungsministerium zu überzeugen, dass die vielfältigen Ansätze einer informationsgestützten Stadtentwicklungsplanung nicht untergehen durften, sondern zu praxistauglichen Instrumenten weiterentwickelt werden mussten. Die Vorgänge am Wohnungsmarkt sollten verstehbar und prognostizierbar gemacht werden. In Fritz von Klitzing, einem früheren DATUM-Mitarbeiter, fand man einen Wissenschaftler, der konzeptionell mit mathematischer Gründlichkeit, genialer Klarheit und bewundernswerter Hartnäckigkeit Baustein für Baustein dessen entwickelte, was heute zu den selbstverständlichen Instrumenten informationsgestützter Stadtforschung gehört.

Fritz von Klitzing war ein aufs Engste mit der Städtestatistik verbundener Vordenker, der dies auch durch seine Mitgliedschaft im VDSt und späteren aktiven Teilnahme in der Ex-AG zum Ausdruck brachte. Als der VDSt 2007 in Bonn den Workshop „Wieviel Zensus braucht die Stadt“ durchführte, war es Fritz von Klitzing, der die interdisziplinäre Fachveranstaltung inhaltlich vorbereitet, begleitet und ausgewertet hat. Die „Handlungsempfehlungen und der Handlungsbedarf aus Sicht der Städtestatistik“ stammen aus seiner Feder.

Fritz von Klitzing hat sich um die deutsche Städtestatistik und Stadtforschung bleibende Verdienste erworben und wesentlich zu ihrer heutigen Leistungskraft beigetragen.

Im Februar 2021, Klaus Trutzel und Rudolf Schulmeyer