Statistische Woche 2022

Nach zwei Jahren Corona-Pause findet die Statistische Woche in diesem Jahr wieder in Präsenz statt, vom 19. bis zum 23. September in Münster (Westfalen). Der VDSt ist mit einer Sitzung zu SDG-Indikatoren in Kommunen  auf der Tagung vertreten. Daneben wird es eine gemeinsame Veranstaltung zur Regionalstatistik geben.

Am Beispiel der Stadt Wolfsburg stellen Dr. Uwe Meer und Jan Lunge ein kommunales Reporting zu Geflüchteten aus der Ukraine vor. Im Rahmen des russischen Angriffs auf die Ukraine kam es ab Ende Februar 2022 zu einer Fluchtbewegung auch in Richtung Deutschland. Die rasch ansteigende Zahl der Kriegsflüchtlinge stellte kommunale Verwaltungen vor enorme Herausforderungen. In Wolfsburg betraf dies vor allem die beiden Geschäftsbereiche Soziales und Bürgerdienste, denn Unterbringung und Erstbetreuung stehen zu Beginn jeder Flüchtlingswelle im Fokus kommunalen Handelns. Zur Steuerung ihrer Fachplanungen gaben auch andere Organisationseinheiten früh Anregungen zu den von ihnen benötigten Informationen. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Integration, Jugend und Bildung. Die Abteilung Statistik und Stadtforschung wurde beauftragt, die Informationsgrundlage zur Steuerung der Prozesse zu liefern.

In der VDSt-Sitzung geht es dieses Jahr um SDG-Indikatoren in Kommunen. Immer mehr Städte, Landkreise und Gemeinden orientieren ihre Entwicklung an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Sabine Drees stellt in ihrem Vortrag die vom Deutsche Städtetag mit sieben weiteren Partnern entwickelten SDG-Indikatoren für Kommunen vor. Mit ihnen können Kommunen ihre Fortschritte bei der Erreichung der sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) messen. Oliver Peters stellt in seinem Vortrag den 2022 erscheinende dritte Indikatorenkatalog „SDG-Indikatoren für Kommunen“ vor, der 118 Indikatoren zur quantitativen Abbildung der Ziele und Unterziele der Agenda 2030 beinhaltet, die in einem aufwändigen und stark partizipativ angelegten Prozess als relevant für deutsche Kommunen bewertet wurden. Abschließend präsentieren Stephanie Maier, Bettina Bunk und Tobias Held den zweiten Stuttgarter SDG Bericht 2021. Die jüngste Fortschreibung greift Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Indikatoren und zur Ausweitung von Themenbereichen auf, so etwa in den Bereichen Digitalisierung, Kultur und Sport. Anhand der Daten werden zudem erste Bezüge zu möglichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in bestimmten lokalen Kontexten hergestellt.

Am Mittwoch findet außerdem die Mitgliederversammlung des VDSt im Rahmen der Statistischen Woche statt.

Weitere Informationen zur statistischen Woche finden sich hier.